MAuzi macht’s möglich!

In der Pflege kümmert man sich nicht nur gut um die Pflegebedürftigen, sondern sorgt nach Möglichkeit auch für attraktive Arbeitsbedingungen. Ein gutes Beispiel dafür ist das ‘MAuzi’-Projekt der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen.

Wer bei MAuzi an ein Pokémon denkt (das sind die putzigen Wesen aus dem gleichnamigen Videospiel) liegt vollkommen falsch. Ebenso wenig sprechen wir über Kosenamen von Katzen. Dafür reden wir lieber über ein erfolgreiches Projekt im Theodor-Fliedner-Haus, Herten, einer Einrichtung der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen. MAuzi steht für „Alleinerziehende Mütter/ Väter in Ausbildung“. Gemeint ist ein Angebot für Mütter und Väter, die zu betreuende Kinder haben und gleichzeitig ihre dreijährige Lehrzeit zur Altenpflegefachkraft absolvieren möchten. Dies erfordert bestimmte Rahmenbedingungen, die mit den Gegebenheiten wie zum Beispiel Kinderbetreuungszeiten harmonieren müssen. Davon kann Tamara Bethel, 23, ein Lied singen. Die Hertenerin ist eine von drei ‚MAuzis‘, die aktuell von diesem Programm profitieren.

„Durch MAuzi stehen Müttern viel mehr Chancen offen“

Die Entscheidung für die Altenpflege war für Tamara Bethel eigentlich naheliegend, da sie das Berufsfeld durch das eine oder andere Praktikum schon während der Schulzeit kennen- und schätzen gelernt hatte. Doch eine Ausbildung mit Kind ist nicht einfach, was ihr nach dem Beginn schnell klar wurde. Erst mit MAuzi erfolgte der ‚Durchbruch‘, ließen sich die Arbeitszeiten mit den familiären Ansprüchen vereinbaren: „Ich arbeite montags bis freitags, von 7.30 bis 15.30 Uhr, das Wochenende ist ausgeklammert, ich habe feiertags frei, habe keine Spätdienste“. Mit anderen Worten, so Tamara Bethel, „stehen Müttern durch MAuzi viel mehr Chancen offen“.

„Ich bin glücklich in meinem Beruf“

Tamara Bethel sieht klar die professionelle Verantwortung, die sie jeden Tag aufs Neue wahrnimmt. Stets die richtige Entscheidung in Pflege- und Betreuungssituationen treffen, damit es den Bewohnern gut geht. Der Beruf bringt auch Belastungen mit sich. Themen aus dem Arbeitsalltag begleiten sie manchmal länger als ihr vielleicht lieb ist. Der Umgang mit Leid und Abschied gehört zum Job und manche Familiengeschichte die sie erfährt, lässt sie traurig zurück. Auf der anderen Seite bringt ihr die Arbeit im Theodor-Fliedner-Haus viele glückliche Momente, die sie nicht mehr missen möchte. „Die Nähe zu den Bewohnern gibt mir sehr viel zurück“. Das spürt auch ihre fünfjährige Tochter Emily, wenn sie mal zu Besuch auf dem Wohnbereich ist. Aber dann strahlen ohnehin alle vor Glück.