Qualifizierungen

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„Pflege ist ein lohnenswerter Beruf!“

Kerstin Schönlau, Prokuristin des Diakonischen Werks Gladbeck-Bottrop-Dorsten, erläutert in unserem Video anschaulich die Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Außerdem berichtet sie, wie die Verdienstmöglichkeiten sind.

Und was sollte man sonst noch für den Start in einen Pflegeberuf wissen?

Darüber sprachen wir mit Claudia Bertels-Tilmann, Leiterin des Lucy-Romberg-Hauses in Marl, der Aus- und Fortbildungsstelle der Arbeiterwohlfahrt westliches Westfalen. Die AWO betreibt sechs Fachseminare für Altenpflege (Altenpflegeschulen) in der Region, darunter eines, welches für Gelsenkirchen und Bottrop zuständig ist.

Pflege ist ein sehr komplexer und heute auf Erkenntnissen der Pflegewissenschaften basierter Beruf, der sich in den letzten 20 Jahren professionalisiert hat. „Hier geht es um viel mehr als einfach um einen Frauenberuf, in dem man gerne hilft“, erklärt Claudia Bertels-Tillmann. Altenpflegerinnen und Altenpfleger sind für die umfassende Steuerung des Pflegeprozesses, für die Organisation einer an Lebensqualität ausgerichteten Lebensgestaltung im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten und für die Behandlungspflege zuständig. Während der Ausbildung lernen sie Grundlagen aus den unterschiedlichen Wissenschaften, wie Pflege, Gerontologie, Medizin, Psychologie, Pädagogik und vieles mehr. Es wird vermittelt, welche Krankheitsbilder Menschen im Alter treffen können und wie Medikamente und Methoden darauf wirken. Psychologische, pädagogische und soziologische Grundlagen sind wichtige Ausbildungsinhalte. Hier gilt es, ein Verständnis für die zu pflegenden Personen zu entwickeln. Grundpflegerische Tätigkeiten sind ein weiterer Bereich, der in der Ausbildung vermittelt wird. Jedoch machen Aufgaben wie das Waschen von Bewohnern bzw. Patienten oder die Hilfe bei den Toilettengängen einen geringen Teil des Einsatzgebietes einer Pflegefachkraft aus. Diese Aufgaben werden häufig von Pflegehilfskräften durchgeführt. Zur Behandlungspflege gehören beispielsweise die Behandlung von Wunden, die Bedienung und Überwachung von Beatmungsgeräten, Blutdruck- und Blutzuckermessungen und die Versorgung mit einem Katheter. Außerdem muss eine Pflegefachkraft ein hohes Maß an Organisations- und Entscheidungsfähigkeit mitbringen.

Am Ende der Ausbildung muss die Pflegefachkraft in der Lage sein, den Bedarf des jeweiligen Bewohners oder Patienten zu erkennen. Dabei gilt es, den zu pflegenden Personen soviel Alltagsselbständigkeit wie möglich bereitzustellen, um ihre Einschränkungen auszugleichen. Pflegefachkräfte müssen beobachten, ob die Maßnahmen greifen und ggf. weitere Prozesse initiieren. Fragestellungen rund um schwierige Lebenssituationen wie der Umgang mit Demenz oder andere psychische Erkrankungen sowie die Gestaltung der Sterbephase sind wichtige Aspekte bei der Arbeit als Pflegekraft in stationären, teilstationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen. Ein weiteres wichtiges Feld ist der eigene Umgang mit belastenden Situationen und der damit einhergehenden Persönlichkeitsentwicklung. „Nicht jeder, der gerne mit Menschen zusammen arbeitet, kann die Tätigkeit ausüben. Es ist wichtig, dass Auszubildende wissen, dass viele unterschiedliche Inhalte gelernt und verstanden werden müssen. Menschen, die eine romantische Vorstellung von dem Beruf haben, landen häufig hart auf dem Boden der Realität, da sie viele Aspekte des Berufes vorher nicht bedacht und sich nicht richtig informiert haben.“, erläutert Claudia Bertels-Tillmann.

Gemischte Schulklassen

Die Zusammenstellung der Schulklassen an den Altenpflegeschulen ist im Vergleich zu anderen Ausbildungsgängen sehr gemischt. Die Klassen setzen sich zusammen aus 30,7 % Hauptschulabsolventen, 55,2 % mit Fachoberschulreife und 13,5 % mit Fachabitur oder Abitur.* Die Schülerinnen und Schüler sind zwischen 16 und 50 Jahre alt. Der Frauenanteil liegt bei 77 %. Einige starten nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr mit der Ausbildung, für andere ist es häufig die Berufswahl nach der Familienphase. Es kommt nicht selten vor, dass Auszubildende bereits eine Berufsausbildung in einem völlig anderen Bereich absolviert haben, z.B. Rechtsanwaltsgehilfin, Friseurin oder Bürokauffrau.

*Quelle: Landesberichterstattung Gesundheitsberufe 2013


FACHSEMINARE FÜR ALTENPFLEGE

Fachseminar für Altenpflege der AlFa GmbH (Gladbeck)
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Fachseminar für Altenpflege der AWO Westliches Westfalen (Gelsenkirchen)
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Fachseminar für Altenpflege der Johanniter-Akademie (Bottrop)
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Fachseminar für Altenpflege des Bildungsträgers maxQ. (Bottrop)
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Fachseminar für Altenpflege im VDAB Bildungswerk (Gelsenkirchen)
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HOCHSCHULSTUDIENGÄNGE

Bachelor Studium für Berufstätige im Gesundheits- und Sozialwesen an der FOM Hochschule in Essen
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Studiengang Pflege an der Hochschule für Gesundheit in Bochum
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Studium der Pflegewissenschaft an der Uni Witten-Herdecke
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Studium an der Steinbeis Hochschule in Essen / Institute For Public Health And Healthcare
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