Man muss sich und sein Leben gut organisieren

Anna Evseeva, 37, kam 1996 als Neunzehnjährige aus Kasachstan nach Deutschland. Ohne Ausbildung, ohne Sprachkenntnisse – und alleinerziehend mit einem Kind. Die Sprache lernte sie mit Händen und Füßen. 1999 kam sie über ein Praktikum zu den Johannitern, wo sie drei Jahre später ihre Ausbildung als Altenpflegerin begann. Das Examen war nach weiteren drei Jahren geschafft. 2007 wurde sie dann Praxisanleiterin, nachdem sie 200 Stunden Ausbildung absolviert hatte. Seit zweieinhalb Jahren ist Frau Evseeva Wohnbereichsleiterin. Hier berichtet sie uns, wie sie Job und Familie unter einen Hut bekommt und wie ihre russischen Wurzeln ihr helfen, Probleme zu lösen.

wkpj0823_2Top organisiert, vorausschauend, klar strukturiert,  gut gelaunt und wertschätzend – so wird Anna Evseeva von anderen Führungskräften und ihren Mitarbeiterinnen gesehen. Das ist bewundernswert, denn neben dem anspruchsvollen Beruf ist Anna Evseeva auch Mutter von zwei Kindern. Die Kinder sind den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchaus bekannt. Es kam früher oft vor, dass die älteste Tochter plötzlich am Empfang stand und nach ihrer Mutter fragte. Frau Evseeva wohnt gegenüber vom Johanniter-Stift, so dass die Wege für sie und ihre Kinder kurz sind. Kinder sind im Johanniter-Stift sehr gerne gesehen. Glücklicherweise haben die Eltern von Anna Evseeva ihr den Rücken frei gehalten, so dass sie ihren beruflichen Weg gehen konnte und die Kinder gut versorgt wusste.

Ihre Tochter ist heute achtzehn Jahre alt und macht jetzt das Abitur. Der Sohn wurde in diesem Jahr 5 Jahre.  Als er  geboren wurde, ging Anna Evseeva ein Jahr in Mutterschutz. Jetzt arbeitet sie mit einer  66%-Stelle auf Teilzeitbasis mit flexibler Arbeitszeitaufstockung. Wenn Engpässe im Haus sind, springt sie auch schon mal spontan für eine Kollegin ein. Das tut auch ihrem Portemonnaie gut.  Anna Evseeva arbeitet als Wohnbereichsleiterin in einer Hausgemeinschaft. Das ist aufgrund der Anzahl an Bewohnerinnen und Bewohnern gut zu schaffen, gerade mit Job und Kindern. Ihr Leben hat sie so eingerichtet, dass sie die Gratwanderung zwischen Familie und Beruf gut bewältigt bekommt. „Man muss sich gut organisieren, dann klappt das auch“, betont Anna Evseeva.

„Sie macht das toll! Sie kann ihr Team sehr gut zusammenhalten und löst Probleme!“, sagt Karina Wiedenski, Mitarbeiterin von Frau Evseeva.

„Das Leben rollt hier. Es gibt jeden Tag Herausforderungen, die sofort gelöst werden müssen, ob mit Bewohnern oder im Team.“ Anna Evseeva wird sehr für ihre Dienstplangestaltung gelobt. „Anna sieht und berücksichtigt immer unsere Bedürfnisse. Ich zum Beispiel bin Mutter eines zehnjährigen Kindes. Mein Mann geht den ganzen Tag arbeiten. Seitens der Familie habe ich keinerlei Unterstützung. Meine Flexibilität bei den Dienstplänen ist dadurch stark eingeschränkt. Ich kann unter der Woche keine Frühdienste machen. Bei Anna weiß ich, dass sie ein offenes Ohr hat. Anna passt auch auf, dass ich nicht zu viele Spätdienste mache.“ Da Anna Evseeva in derselben Situation war, kennt sie die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen nur zu gut und achtet dabei besonders auf eine ausgewogene und familienfreundliche  Dienstplangestaltung. „Von meinem russischen Vater habe ich gelernt, nie vor Problemen wegzurennen, sondern die Dinge anzugehen. Das hilft mir sehr!“, betont Frau Evseeva.