Kerstin Pröse hat sich zur zertifizierten Wundmanagerin ausbilden lassen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Wundversorgung. Als Pflegedienstleitung der ambulanten Dienste und Einrichtungsleiterin der Tages- und Kurzzeitpflege bei der Diakonie in Bottrop sieht sie die Fortbildung auf Spezialgebieten als einen wichtigen Teil ihrer Professionalisierung an.

Voraussetzung für diese Fortbildung ist eine abgeschlossene Ausbildung als examinierte Pflegefachkraft. Die Fortbildung umfasst einen Blockunterricht von einer Woche und ein Praktikum. Diese Praxis hat sich Kerstin Pröse im gefäßchirurgischen Bereich des Knappschaftskrankenhauses in Bottrop angeeignet.

wkpd9223„Ich habe Freude an der Wundversorgung, da die Heilungschancen gut sind!“, betont Kerstin Pröse. Und irritiert mit dieser Aussage gleichermaßen. Wie kann man daran Freude haben? „Die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten ist unglaublich groß. Gleichzeitig ist es auch wichtig zu erkennen, in welchem Stadium der Wundversorgung welche Therapie notwendig ist. Früher war das längst nicht so systematisch. Durch die Professionalisierung der Wundbehandlung und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Professionen sind die Versorgungsergebnisse wesentlich besser geworden“, erklärt Kerstin Pröse. Sie behandelt die Wunden mit einer speziellen Vakuummethode, die im Raum Bottrop zurzeit nur der ambulante Bereich der Diakonie anbietet. Sie arbeitet außerdem mit einem Netzwerk aus Ärzten zusammen. „Die Ärzte vertrauen mir, wenn ich eine Therapie empfehle.“ Zwei Kollegen haben die Ausbildung ebenfalls absolviert.

„Man kann lernen, Ekel zu überwinden“

Kerstin Pröse gibt ihr Wissen gerne an andere Pflegekräfte weiter und ermutigt sie darin, ebenfalls die Spezialfortbildung zu absolvieren. Es ist aber auch klar, dass nicht alle Mitarbeiter damit umgehen können. Wie kann man Vorbehalte wie Ekel nehmen? „Indem man Techniken erlernt“, sagt Kerstin Schönlau, Prokuristin des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten. „Man lernt, was man macht, damit man den Geruch nicht als ekelhaft empfindet. Dazu gibt es eine Technik, wie ich richtig atme, wenn ich verbinde. Außerdem lernt man, wie man nicht nur die Wunde sondern auch sich selbst vor Keimen schützt.“

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