APD elektrisiert seinen Fuhrpark

APD elektrisiert seinen Fuhrpark

APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH testet E-Mobilität im Pflegealltag – Forschungsprojekt mit IAT geplant – Ladezeit und Reichweite stehen auf dem Prüfstand

Gelsenkirchen, im Dezember 2015. Als einer der ersten ambulanten privaten Pflegedienste in Gelsenkirchen elektrisiert die APD ihren Fuhrpark. Ab sofort stehen für Fahrten zum Kunden in und um die Emscherstadt zwei funkelnagelneue E-Golfs von VW zur Verfügung. In den kommenden zehn Monaten testen die Pflegenden der APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH, ob und wie die dunkelblauen E-Mobile von VW im Pflegealltag funktionieren. Auf dem Prüfstand stehen insbesondere die begrenzte Reichweite der Fahrzeuge und ihre Ladezeiten von bis zu zwölf Stunden.

„Um Ressourcen zu schonen und umweltfreundlicher unterwegs zu sein, haben wir schon lange mit der Idee geliebäugelt, zumindest einen Teil unseres Fuhrparks auf E-Mobilität umzurüsten“, sagt APD-Geschäftsführer Claudius Hasenau. Dies sei allerdings bisher wegen der hohen Anschaffungskosten wirtschaftlich nicht vertretbar gewesen. Aktuell aber hätten neue Förderprogramme und lukrative Leasing-Angebote den Einstieg möglich gemacht. „Die APD ist einer der ersten privaten ambulanten Pflegedienste in Gelsenkirchen, die auf eigene Initiative hin den Einsatz von E-Mobilen im Pflegealltag strukturiert testen“, erläutert der Pflegeunternehmer. Die Ergebnisse sollen 2016 in ein Forschungsprojekt einfließen, das zur Zeit beim Institut Arbeit und Technik (IAT) im Wissenschaftspark vorbereitet werde, so Hasenau.

Akku schafft 170 Kilometer

12339364_954332587949953_5049219541999222957_oAm IAT und in der Pflegebranche werden die Ergebnisse des APD-Tests mit Interesse erwartet. Rund um die Uhr ist die APD mit 92 Pkw im Einsatz. Die meisten von ihnen legen pro Tag Strecken zwischen 10 und 15 Kilometern bis maximal 30 Kilometern zurück. Für diese Einsätze seien die neuen E-Golfs ideal, sagt der stellvertretende APD-Pflegedienstleiter Björn Schulte, der das Projekt E-Mobilität koordiniert. Die Fahrzeuge schaffen mit vollem Akku Entfernungen bis maximal 170 Kilometern. Björn Schulte: „Diese Reichweite ist nicht für alle Pflege-Einsätze geeignet. Unsere Bereitschaftsdienste müssen in der Lage sein, bei Notfällen zu jeder Zeit auch größere Strecken fahren zu können, ohne über den Akku-Ladestand nachdenken zu müssen.“

Eigene „Tankstelle“ benötigt

Schwierigkeiten bereitet im Moment noch die Frage des Auftankens. Die Autos brauchen bis zu zwölf Stunden Ladezeit an herkömmlichen Energie-Zapfsäulen. Eine spezielle „Wallbox“ mit mehr Ampere, zum Beispiel angebracht in der Tiefgarage unter der APD-Zentrale am Margarethe-Zingler-Platz, würde die Ladezeit auf acht Stunden verkürzen. Förderprogramme sehen aber keine eigene E- Tankstelle für die Teilnehmer vor. Sie fordern ein Aufladen der Fahrzeuge an einer regulären E- Ladestation, was aber schon aus Zeitgründen für einen Pflegedienst nicht praktikabel sei, so Schulte: „Hier besteht Anpassungsbedarf.“

Gefühl für neue Technik entwickelt

12291731_954332591283286_6415049621047872906_oDie Resonanz auf die neuen fahrbaren Untersätze ist „riesig“, sagt Björn Schulte. Die rund 290 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten es kaum abwarten, die blitzblanken E-Autos mit dem Aufkleber „Unter Strom steht bei uns nur das Auto“ persönlich auszuprobieren. Momentan sind die APDler dabei, ein Gefühl für die neue Technik zu entwickeln. „Sie lernen, dass das Gaspedal wesentlich empfindlicher reagiert. Die Beschleunigung bis Tempo 60 ist sehr spritzig. Auch die Anzeigen im Cockpit müssen verstanden werden“, sagt Björn Schulte. Der Test bei der APD soll insgesamt etwa zehn Monate dauern, pro Fahrzeug rechnen die Organisatoren mit einer Fahrstrecke von 9.000 Kilometern. Wenn sich die E-Golfs von VW gut schlagen, sollen in einem zweiten Schritt die kleineren E-Ups der Wolfsburger erprobt werden.